Soziotherapeutisches Wohnheim
 

Zielgruppe

Aufgenommen werden erwachsene Frauen und Männer mit psychiatrischer Diagnose, Abhängigkeit oder Doppeldiagnose:
• gültiger richterlicher Unterbringungsbeschluss
• Alkohol-, Medikamentenabusus
• Polytoxikoman
• Schädigung durch illegalen Drogenkonsum
• Doppel- oder Mehrfachdiagnosen
• Diagnosen des schizophrenen Formenkreises
• Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
• Impuls- und Kontrollstörungen (nach eingehender Prüfung)
• selbst- u. fremdaggressives Verhalten (nach eingehender Prüfung)
• Verwahrlosungstendenzen

Unser Klientel besteht aus zwei Gruppen:

1. Personen, die krankheitsuneinsichtig und schwer förderbar sind = FÖRDERGRUPPE (FG)
2. Motivierte Bewohner mit einem höheren Leistungsvermögen = LEISTUNGSGRUPPE (LG)

FÖRDERGRUPPE (FG)

Die Menschen, die seit vielen Jahren an einer psychischen Erkrankung leiden, haben meist schon erhebliche Defizite aufzuweisen. Krankheitsuneinsichtigkeit und Minderbegabung kommen hinzu. Erhalten der noch vorhandenen Fähigkeiten hat oberste Priorität. Dennoch wird sich ein steter Leistungsabfall über die Jahre hinweg nicht gänzlich aufhalten lassen.

Die Tagesstruktur gibt Orientierung und Halt. Häufig muss mehrfach zur Körperpflege, zur Einnahme der Mahlzeiten und Tabletten, Verrichten der Gruppenämter oder zur Teilnahme an Aktivitäten aufgefordert werden. Daher darf oftmals mit aggressiven verbalen und auch tätlichen Reaktionen seitens der Bewohner gerechnet werden. Selbst spazieren gehen setzt intensive Motivationsarbeit der Mitarbeiter voraus. Einfühlungsvermögen und intensive Begleitung sowie engmaschige Betreuung, d. h. „ständig am Ball“ bleiben, sind erforderlich, um ein Erreichen der Zielsetzung zu ermöglichen. Ziele sind u. a. regelmäßige Körperpflege, Kleiderwechsel, Einhalten von Terminen usw.. Oftmals verhalten sich die betroffenen Menschen kontraproduktiv. Wunsch und Realität klaffen weit auseinander. Nicht alle Tätigkeiten des täglichen Lebens können von jedem Bewohner selbst verrichtet werden. Teilweise oder gar volle Unterstützung seitens der Mitarbeiter ist gefordert. Belehrungen und Hinweise bringen nicht immer den gewünschten Erfolg.

Der Bewohner der Fördergruppe (FG) im soziotherapeutischen Bereich, d. h. der schwierige Bewohner, zeigt sich wie folgt:

1.  Suizidalität
2.  Delinquenz und Konsum
3.  Fortwährende Manipulation und Belästigung
4.  Ständige Aggressivität und Belästigung, Impulsivität und Unangepasstheit
5.  Bewohner konnte in seiner letzten stationären Einrichtung nicht mehr adäquat betreut/gefördert werden und wurde entlassen

Von den aufgeführten fünf Bereichen müssen vier vollumfänglich vorhanden sein.
 

LEISTUNGSGRUPPE (LG)

Die Menschen, die sich auf Veränderung einlassen können, bilden die zweite Personengruppe. Geduld und Durchhaltevermögen sind in ausreichendem Maße vorhanden bzw. können in therapeutischer Begleitung gelernt werden.

Die Zielsetzung beinhaltet u. a. Umgang mit Geld, einkaufen und kochen, Körperpflege, Kleidung reinigen und Neubeschaffung, Medikamente regelmäßig und zuverlässig einnehmen. Auch Arbeit oder sinnvolle Beschäftigung sind unerlässliche Kriterien.

Diese Fördeangebote im Wohnbereich wiederum sind zum einen fester Bestandteil unserer Tagesstruktur, wie Kuchen backen am Wochenende oder auch für Festlichkeiten. Zum anderen sind spontane Unternehmungen bzw. Aktivitäten möglich, wenn die äußeren Voraussetzungen gegeben sind.

Bei Nichteinhalten der Therapieziele oder aggressivem Verhalten erfolgt für beide Klientelgruppen  Rückstufung, gegebenenfalls zurück bis auf Stufe 1 oder gar zur Heimplatzkündigung.

Wenn die Phasen des Stufenplanes (5 Stufen – siehe Anhang) vollständig durchlaufen wurden, wird die Vorbereitung auf den Umzug in eine eigenständigere Wohnform Thema.

An das Wohnen mit beschützter Unterbringung in Haus 1 schließt sich ein Umzug mit Begleit- und Ablösungsphase, unter Einbezug unserer Mitarbeiter vom Wohnbereich, in die Wohn- und Trainingsgruppe und später ins betreute Einzelwohnen an.
 

AUSSCHLUSSKRITERIEN:

In unser Soziotherapeutisches Förderzentrum und Wohnheim für psychisch Behinderte Kutzenberg können wir keine Menschen aufnehmen mit:

  • geistiger Behinderung
  • Unterbringungsbeschluss gem. §§ 63,64 STGB
  • Störungen in der Sexualpräferenz – pädophile sexuelle Präferenz für Kinder beiderlei Geschlechts, die sich weiterhin in Vorpubertät oder im frühen Stadium der Pubertät befinden.
  • Strafverfahren wegen wiederholter Gewalttätigkeit
  • HIV

 



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Letzte Aktualisierung am 28.03.2013




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