Soziotherapeutisches Wohnheim

Arbeitstherapie

 
Unser Arbeitstherapie-Konzept bezieht sich auf mehrfach psychisch erkrankte Menschen zwischen 20 und 50 Jahren, bei denen das Ziel verfolgt wird, sie nach dem Heimaufenthalt in einen beschützten Arbeitsplatz, den  freien Arbeitsmarkt oder eine betreute Wohngemeinschaft einzugliedern.
Die Bewohner/innen sollen mithilfe eines stufenartigen Therapiekonzeptes so gefördert werden, dass sie so schnell wie möglich in die für sie beste Lebensform überwechseln können.
Die Arbeitstherapie in unserem Heim gliedert sich in ein Drei-Stufen-Programm. Die Bewohner/innen können nach Einschätzung des Ergotherapeuten und der zuständigen anleitenden Person jederzeit von einer Stufe in eine andere wechseln.
  • Stufe 1: Motivation
  • Stufe 2: Arbeitstraining
  • Stufe 3: Steigerung der Arbeitsfähigkeit
 

STUFE 1: MOTIVATION (VORSTUFE)

Durch die Motivationsstufe lassen sich die Belastungsfähigkeit, Frustrationstoleranz, Ausdauer, Fähigkeiten und Defizite sowie die Interessen der Bewohner feststellen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, eine Reihe von lebenspraktischen und handwerklichen Fertigkeiten zu erwerben. Die Motivation, sich im täglichen Ablauf mit einzubringen und an den Therapieangeboten teilzunehmen, ist die Voraussetzung dafür, dass die Bewohner in die Arbeitstrainingsstufe wechseln können.
 
 

Inhalte der Motivationsstufe:


Förderung der Selbstständigkeit im lebenspraktischen Bereich

  • Persönliche Hygiene
  • Gesunde Ernährung
  • Ordnung und Sauberkeit
  • Haushaltsführung
  • Sachgerechter Umgang mit (Taschen-) Geld
  • Eigenverantwortung in Wohn- und Hausbereich

Aufbau und Erweiterung der sozialen Kompetenz

  • Kommunikation und Kooperation im geschützten Heimbereich (zwischen Bewohnern und Personal sowie den Bewohnern untereinander)
  • Kommunikation und Kooperation außerhalb des Heimes mit fremden Menschen (z.B. beim Einkaufen, in der Freizeit)
  • Konflikt- und Problemlösung auf verbaler Ebene
  • Einüben sozialer Regeln und Akzeptanz kultureller Werte

Kompensation beruflicher und intellektueller Defizite

  • Einüben von Arbeitstechniken
  • Handlungsplanung im Arbeitsprozess

Aufbau und Stabilisierung der personalen Integrität

  • Entwicklung von Selbstkontrolle
  • Gefühle ausdrücken auf verbaler und nonverbaler Ebene
  • Abbau von Ängsten in einem Milieu gegenseitigen Vertrauens
  • Förderung des Selbstvertrauens und Selbstbewusstseins
  • Erhöhung der Frustrationstoleranzschwelle
  • Adäquate Auseinandersetzung mit der zukünftigen Lebensperspektive
 

STUFE 2: ARBEITSTRAINING

In dieser Stufe werden die Bewohner schrittweise in das Arbeitsleben eingeführt. Mit dem Arbeitstraining verbunden ist ein kontinuierlicher Tagesablauf, der meist erst wieder erlernt werden muss. Die Bewohner durchlaufen mehrere Tage oder Wochen lang verschiedene Arbeitsbereiche. Dadurch wird es möglich, die Interessen, Fähigkeiten und Defizite der Bewohner einzuschätzen, um die richtige Arbeitstelle zu finden.
Der Arbeitstherapieeinsatz ist in verschiedenen Bereichen des Bezirksklinikums Obermain möglich, z.B.:
  • im Technischen Dienst (Gärtnerei, Malerei, Maurerei, Schlosserei, Schreinerei)
  • in der Wäscherei
  • in der Küche
  • im nahegelegenen Gutshof.
Beim Technischen Dienst beträgt die tägliche Mindestarbeitszeit für Heimbewohner zwei Stunden. Die Bewohner werden entsprechend der individuellen Fähigkeiten und eventueller Defizite durch die Leitung der Abteilung in die einzelnen Arbeitsbereiche zugewiesen. Sie werden grundsätzlich nicht an elektrischen Geräten eingesetzt.
Der Arbeitseinsatz wird täglich durch den anleitenden Mitarbeiter bewertet und dokumentiert. Beobachtungskriterien sind Zielerreichung, Pünktlichkeit, Motivation, Aufgabenerledigung, Kommunikation und die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden am entsprechenden Arbeitsplatz. Zwischen dem Anleiter und dem Ergotherapeuten des Heimes findet in regelmäßigen Abständen sowie bei aktuellem Bedarf ein Austausch über die Entwicklung der Bewohner im Arbeitstherapieeinsatz statt.
Das Durchlaufen der verschiedenen Arbeitsbereiche gilt als Probezeit. Über das Ende der Probezeit entscheidet die Leitung der Abteilung (i.d.R. vier Wochen). In dieser Phase erhalten die Bewohner noch keine Bezahlung.
 
 

STUFE 3: STEIGERUNG DER ARBEITSFÄHIGKEIT

Je nach Belastungsfähigkeit der Bewohner wird die Arbeitszeit von der anleitenden Person in Absprache mit dem Ergotherapeuten festgelegt. Diese wird dann bis auf maximal acht Stunden täglich gesteigert und gehalten.
Wenn die Belastungsfähigkeit der Bewohner für einen Regelarbeitstag ausreichend ist, ist ihr Arbeitsbeginn zeitgleich mit dem üblichen der Mitarbeiter der Arbeitstelle. Die Bewohner erhalten im Heim ein Lunchpaket, um ihre Frühstückspause am Arbeitsplatz durchführen zu können. Bei entsprechender Arbeitsleistung erhalten die Bewohner ein Arbeitsentgelt.


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Letzte Aktualisierung am 28.03.2013




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