Stationäre, teilstationäre und ambulante Behandlung psychisch und körperlich kranker Menschen
Kompetenter Partner in der Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens
  
"Kommunalunternehmen Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken":
 
 
 
 
 
 Tageskliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
 
 Tageskliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
- Hof
 
 
  
 

Namensänderung: Wir werden GeBO

Die Bezirkskliniken in Oberfranken haben sich zum 1. September 2016 einen neuen Namen gegeben: Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO) lautet nun die Bezeichnung unseres Kommunalunternehmens.
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 Vorstand Katja Bittner

Katja Bittner leitet seit 01.04.2015 die Geschicke des Kommunalunternehmens „Kliniken und Heime des Bezirks Oberfranken“.
In einer kleinen Feierstunde wurde sie offiziell in ihr Amt eingeführt.
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 Auszeichnung durch FOCUS-GESUNDHEIT

Das Bezirkskrankenhaus Bayreuth wurde durch die Redaktion von FOCUS-GESUNDHEIT mit den Siegeln „Top Regionales Krankenhaus Bayern“ und „Top Nationales Krankenhaus Depression“ ausgezeichnet.
 

EndoProthetikZentrum Kutzenberg

Die Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am Bezirksklinikum Obermain wurde in Verbindung mit dem Ambulanten Behandlungszentrum Obermain - Bad Staffelstein nach den Vorgaben von EndoCert als EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifiziert. >> mehr
 

 

Aktuelles:

Bezirkskrankenhaus Bayreuth:

Aktuelles aus dem Bezirkskrankenhaus Bayreuth

 

ETAPPENZIEL ERREICHT: RICHTFEST AM 20-MILLIONEN-EURO-NEUBAU

„Mit dem heutigen Richtfest haben wir ein wichtiges Etappenziel erreicht“, darin waren sich Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, GeBO-Vorstand Katja Bittner und Architekt Stefan Ludes beim heutigen Richtfest des Neubaus der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirkskrankenhaus Bayreuth einig. Mit dem 20 Millionen Euro teuren Neubau werde der Gesundheitsstandort Bayreuth nachhaltig gestärkt.  

 
 
Der Neubau der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik wird das neue Aushängeschild am Bezirkskrankenhaus Bayreuth sein. Der Rohbau des dreistöckigen Gebäudes im Einfahrtsbereich des großen Krankenhausareals ist mittlerweile fertig. Grund genug für die Verantwortlichen der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (GeBO) und des Bezirks zum Richtfest einzuladen. Nach dem Richtspruch durch Polier Ralf Lindner von der Firma Riedel Bau erinnerte Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler an den langen Weg, bis es zu diesem Etappenziel kommen konnte. Bereits 2011 habe man die Bedarfsfeststellung von 90 zusätzlichen Betten in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik vom Krankenhausplanungsausschuss anerkannt bekommen. Seither wurde geplant und der Neubau vorangetrieben. Kein Wunder also, dass der Bezirkstagspräsident von einem Meilenstein sprach.

„Das Bezirkskrankenhaus Bayreuth leistet einen herausragenden Beitrag zur Behandlung von psychischen und psychosomatischen Erkrankungen in Oberfranken. Mit dem Neubau weiten wir unser modernes Behandlungsangebot nochmals aus“, unterstrich Dr. Denzler. Welch umfassendes therapeutisches Angebot ab Frühjahr 2018 in dem neuen 20 Millionen Euro teurem Neubau zur Verfügung steht, zählte Dr. Michael Schüler, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik auf.
Nicht nur stoffgebundene Suchtkrankheiten wie Abhängigkeiten von Alkohol, Crystal Meth oder den sog. „Legal Highs“ werden in Zukunft in dem neuen Gebäude therapiert. Sondern auch andere psychische und psychosomatische Erkrankungen wir Borderline- oder Essstörungen. „Durch unsere integrierte Tagesklinik, die zusätzlich zur bestehenden teilstationären Einrichtung geschaffen wird, können wir unsere Patienten in Zukunft behutsamer aus dem stationären Aufenthalt entlassen und eine bessere Nachsorge garantieren. Gerade bei psychischen Erkrankungen ist es wichtig, dass auch nach dem Klinikaufenthalt die gewohnten Bezugspersonen zur Verfügung stehen“, verdeutlichte Dr. Schüler. Er und sein Team freuten sich bereits sehr auf das zusätzliche Klinikgebäude.

Katja Bittner, Vorstand der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken, dankte dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, allen voran Staatsministerin Melanie Huml, für die staatliche Zuwendung zum Neubau in Höhe von 18 Millionen Euro. Ein besonderes Lob richtete Bittner an die Baufirmen und die Planungsbüros. Sowohl der Zeitplan als auch der Kostenrahmen wurden bisher komplett eingehalten. Die Eröffnung der Klinik soll planmäßig im Frühjahr 2018 sein. Das neue Gebäude werde sowohl den Patienten bei ihrer Genesung helfen, als auch den Mitarbeitern ein angenehmes Arbeitsumfeld bieten. „Der Neubau ist eingebettet in ein Gesamtkonzept zur baulichen Entwicklung unserer Gesundheitseinrichtungen. Wir wollen in den kommenden Jahren insgesamt über 180 Millionen Euro in unsere Standorte investieren und uns so für die Zukunft aufstellen“, erinnerte Bittner an die Planungen der Erweiterung der Forensik und der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bayreuth, an die Errichtung der Tagesklinik für Erwachsenenpsychiatrie in Kronach oder den Neubau des Bezirksklinikums Obermain in Kutzenberg.

Architekt Stefan Ludes erläuterte im Anschluss die Konzeption des neuen Baukörpers. Es sei eine große Herausforderung, ein solches multifunktionales Gebäude zu errichten. „Die Architektur muss Patienten, die sich in einem physischen oder psychischen Ausnahmezustand befinden, in erster Linie Orientierung und Vertrautheit vermitteln. Vermeintliche Details, wie beispielsweise angenehme Farben, eine freundliche Atmosphäre und wohltuende Helligkeit, spielen eine wichtige Rolle und sind in den Entwurf des Neubaus eingeflossen“, verdeutlichte Architekt Stefan Ludes.

INFO:
Das neue Gebäude beherbergt in Zukunft drei Stationen der Suchtklinik mit je 20 Betten, eine Station der Klinik für Sozialpsychiatrie mit 18 Betten sowie eine Station für die Therapie psychosomatischer Leiden mit zwölf Betten und acht tagesklinischen Plätzen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 20,5 Millionen Euro, 18 Millionen Euro davon übernimmt der Freistaat Bayern.

Insgesamt beherbergt die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirkskrankenhaus Bayreuth 256 Betten und 30 tagesklinische Plätze. Im vergangenen Jahr wurden über 3000 Patienten behandelt. 
 

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Bezirksklinikum Obermain:

Aktuelles aus dem Bezirksklinikum Obermain

 

Herzlich willkommen, Dr. Volker Waltz!

 

Ambulantes Behandlungszentrum Obermain verstärkt sich

 
„Gute Rheumatologen sind schwer zu finden“, betont der stellvertretende Standortleiter Bernhardt Gehringer und war auch deswegen sehr erfreut, Dr. Volker Waltz als neuen Mitarbeiter im Ambulanten Behandlungszentrum Obermain in Bad Staffelstein (Untere Gartenstraße 5) offiziell begrüßen zu können.
 
Dr. Waltz komplettiert das Praxis-Ärzteteam mit den beiden Orthopäden Dr. Jürgen Murmann (Leiter) und Dr. Frank Einwag sowie dem Rheumatologen Dr. Dirk Günthel, der gleichzeitig stellvertretender Chefarzt der Klinik für Internistische Rheumatologie am Bezirksklinikum Obermain ist.
Der 54jährige Facharzt für Rheumatologie wird zunächst 20 Wochenstunden in der Ambulanz arbeiten und zusätzlich zehn in der Rheumatologie des Bezirksklinikums. Mit zehn weiteren Wochenstunden komplettiert Dr. Günthel den rheumatologischen Bereich des ABZ.
Dr. Volker Waltz wechselt von der Salztalklinik im hessischen Bad Soden-Salmünster an den Obermain. Was hat ihn gereizt, diese Aufgabe zu übernehmen? Dr. Waltz antwortet, ohne lange zu überlegen: „In erster Linie die extrem gute Vernetzung von ambulanter und klinischer Versorgung, die den Patienten zugute kommt.“  Sowohl die Patienten aus der Region als auch die aus dem weiter entfernten Thüringen profitieren aber auch von der Erweiterung  des Ärzteteams in Bad Staffelstein: Die Wartezeiten auf einen Termin haben sich schon jetzt von mehreren Monaten auf zwei bis drei Wochen verkürzt. Zeit, die bei der Rheuma-Behandlung eine wichtige Rolle spielt, wie Dr. Waltz erklärt: „Schnelles Handeln erhält Lebensqualität.“ Zum Beispiel bei der erfolgreichen Behandlung mit gentechnologisch hergestellten Eiweißen. Eine kostenintensive, aber wirkungsvolle Methode. Die Medikamente greifen gezielt in die Entzündungskaskade ein und unterbrechen sie. So wird die Entzündung aus Blut und Gelenken vertrieben.
Das Ambulante Behandlungszentrum in Bad Staffelstein ist im Juli 2010 aus einer bestehenden Facharztpraxis hervorgegangen und gehört seit diesem Zeitpunkt zum Kommunalunternehmen GeBO (Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken).
 
Foto: (von links)
Bernhardt Gehringer, Dr. Volker Waltz und Dr. Dirk Günthel
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Bezirksklinik Rehau:

Aktuelles aus der Bezirksklinik Rehau

 

EXPERTEN INFORMIEREN ÜBER 

DEPRESSIONEN

Im Rahmen der „7. Hochfränkischen Wochen der seelischen Gesundheit“, die vom „Aktionsbündnis Seelische Gesundheit Hochfranken“ initiiert wurden, lud die Bezirksklinik Rehau die interessierte Öffentlichkeit zu zwei Fachvorträgen über depressive Entwicklungen im Laufe des Lebens und musiktherapeutischen Vorstellungen ins Rehauer Alte Rathaus am Maxplatz ein.
 
Einer der Vorträge wurde vom Chefarzt der Bezirksklinik Dr. med. Lothar Franz gehalten. Thema seiner Ausführungen war „Psychische Fallstricke am Arbeitsplatz/Mobbing und Burnout“, bei dem sich die Depression im Erwerbsleben entwickelt. Neu hinzugekommen die Präsentation von der Oberärztin Daniela Schneidenbach zum Thema „Depressionen im späteren Lebensalter“. Den musiktherapeutischen Part übernahm Gerhard Bauer, der wöchentlich am Dienstag die Bezirksklinik besucht und den Patienten in halboffenen Gruppen Musiktherapien anbietet. Wie das im stationären Bereich konkret abläuft, hat er im Laufe des Abends dann erklärt. Die Veranstalter haben bei diesen viele Menschen betreffenden Themen bereits im Vorfeld ein hohes Interesse erwartet, die Erwartungen wurden dann aber dahingehend übertroffen, dass am Schluss Besucher aus Kapazitätsgründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, weil der Saal voll und keine Stühle mehr verfügbar waren.

Letzteres konnte dann während der Begrüßung durch Dr. Lothar Franz noch verbessert werden, weil aus den angrenzenden Museen Stühle herbeigeschafft wurden. Dr. Franz konnte neben dem Vorstand der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken Katja Bittner, den für Rehau zuständigen Standortleiter Torsten Keller und den Chefarzt der Psychiatrie im Bezirkskrankenhaus Bayreuth Dr. Michael Schüler begrüßen. Neben den Anwesenden Teilnehmern von Diakonie, unterstützenden Vereinen wie dem Blauen Kreuz und Politik begrüßte er besonders mit Karin Wolowiec die amtierende Patientenfürsprecherin, die immer in engem Dialog mit der Klinikleitung im Interesse der Patienten steht. Um einen unterhaltsamen Wechsel zwischen Vorträgen und therapeutischen Teilen zu gewährleiten, kam Gerhard Bauer als Musiktherapeut an die Reihe.
 
Dieser hatte im Vorfeld eine ganze Anzahl an Instrumenten aus dem Raum der Musiktherapie  mitgebracht und diese den anwesenden Gästen vorgestellt. Manche waren vom Klang sehr leise, manche auch sehr laut, wobei sich besonders beim großen Gong die Zuhörer der ersten Reihe im Vorfeld bereits die Ohren zuhielten. Dieser Ton war dann auch im Saal ganz hinten von der Akustik her leicht zu hören. Gerhard Bauer erläuterte anhand von Beispielen, natürlich ohne eine konkrete Namensnennung, den therapeutischen Nutzen der Musiktherapie im Rahmen psychotherapeutischer Anwendungen bei – wie erwähnt – halboffenen Gruppenstrukturen. Viele der Patienten kämen mit den Worten: „Herr Bauer, ich kann aber überhaupt nicht singen und habe noch nie ein Instrument gespielt“ in seine Gruppen herein. Aber durch das Kommen und Gehen von Patienten sind die einen bereits weiter und könnten den „Anfängern“ dann wertvolle Tipps geben, wie sie damit umgehen können.

Anhand des Gongs führte er dann vor, wie ein Patient damit latent vorhandene Aggressions- und Konfliktpotentiale verarbeiten kann („habe beim Schlag an meine Schwiegermutter gedacht oder an meinen Mann“). Der Musiktherapeut hat betont, im Vorfeld und im Nachhinein immer mit dem Stationsteam in Verbindung zu stehen, von dem er entsprechend Infos bekäme bzw. Infos über die Behandlung weitergäbe.

Dr. Lothar Franz stellte zu Beginn seine Beitrags drei Fragen in den Raum, nämlich wie kann psychischen Erkrankungen im Betrieb vorgebeugt werden, wie lässt sich die Diskriminierung von Erkrankten abbauen und wie können die Betroffenen in das Berufsleben (wieder)eingegliedert werden. Die zunehmende Relevanz dieses Themas sehe er darin, dass jeder Dritte in seinem Leben einmal an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung leiden würde und verwies auf die von den Krankenkassen regelmäßig veröffentlichten steigenden Zahlen der Krankentage durch psychische Störungen wie Stress. Ursachen sieht er vor allem in der Arbeitsverdichtung, eigeschränkten Entscheidungskompetenzen, mangelnden sozialen Kontakten, negativem Stress, Zeit- und Veränderungsdruck sowie einer steigenden Monotonie. Arbeitsbedingungen und individuelle Faktoren, die in negativem Stress enden, führten dann zu Fehlzeiten, psychosomatischen Erkrankungen, Verschleißerscheinungen, Erwerbsunfähigkeiten und Frühverrentungen. Eine subjektive Überforderung wird durch zwischenmenschliche Konflikte (Mobbing), hohem Engagement, großem Ehrgeiz und Burn-out-Faktoren wie Zeitdruck, hoher Verantwortung und schlechter Kommunikation hervorgerufen. Die Betroffenen fühlten sich in der Folge ausgenutzt und ausgebrannt. Vom Begriff her sei ein „Burn-out“ ein Syndrom aus emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und reduzierter Leistungsfähigkeit. Die Folgen hiervon seien weitreichend und führten von Sinnentleerung, dem Verlust von Lebensfreude, gesellschaftlichem Rückzugsverhalten und Schlafstörungen bis zum Nachlassen der Libido. Nach Dr. Herbert Freudenberger verlaufe ein Burn-out in zwölf Stufen, wobei die erste vom Zwang, sich zu beweisen und die letzten Stufen Leere, Depression und Erschöpfung darstellten. Als Hauptsymptome gelten hierbei gedrückte Stimmungen, Freud-, Interesselosigkeit und Antriebsstörungen. Zusatzsymptome und verschiedene Schweregrade runden die medizinische Einstufung nach der ICD-10 ab.
 
Bei Lebensereignissen, die uns unter Stress setzen können, ist der Tod des Lebenspartners ganz oben angesiedelt. Daneben aber auch Faktoren wie Entlassung, Änderung der beruflichen Stellung, Ärger mit dem Chef und eine Änderung der Arbeitsbedingungen. Um aus dieser Spirale herauszukommen sind drei Aspekte wichtig. Der Betroffene muss seine Selbstwahrnehmung ungeschönt reflektieren können (adäquate Selbsteinschätzung), sich Fragen zum individuellen Selbstmanagement stellen und seine Selbstmotivation gegebenenfalls mit externer Hilfe einleiten. Im Rahmen der Prävention muss er ein Mittelmaß zwischen Stress und Entspannung anstreben und für sich selbst Maßnahmen der Stressbewältigung entdecken (Freizeit, Sport und/oder Entspannungstechniken). Das Problem müsse ernstgenommen und frühzeitig zum Thema gemacht werden, Gespräche der Beteiligten geführt und eventuell Grenzen gezogen werden. Angebote hierfür wären Psychotherapie, eine medikamentöse Behandlung, eine stufenweise Wiedereingliederung oder medizinische Rehamaßnahmen. Die Musiktherapie wäre ebenfalls ein Angebot, wobei Dr. Franz elegant zum nächsten Beitrag von Gerhard Bauer übergeleitet hatte. Dieser stellte im zweiten Teil seines Beitrags erst einmal seinen beruflichen Werdegang dar und führte aus, wie er zum Musiktherapeuten wurde und wie er mit der Bezirksklinik Rehau und dem Bezirk Oberfranken insgesamt verbunden sei. Er sei von der Gründung der Klinik 1988 an Therapeut im Haus gewesen und verfüge deshalb natürlich auch über die entsprechend Erfahrung in seinem Bereich, um Patienten angemessen zu behandeln.

Den zweiten Teil der Vorträge übernahm die Oberärztin Daniela Schneidenbach zum Thema „Depressionen im späteren Lebensalter“ mit dem Satz, dass zwar alle Menschen lange leben, aber niemand alt werden wolle. Die kontinuierlich steigende Lebenserwartung führe zu zunehmenden körperlich-internistischen Beeinträchtigungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch zu psychischen Erkrankungen wie Demenzen oder Depressionen. Schätzungsweise leide jeder vierte im Alter unter einer depressiven Erkrankung. Auslösende Faktoren wären dabei die erwähnten körperlich-somatischen Erkrankungen, aber auch Einsamkeit, fehlende Kontakte oder Isolation, die mit einem Rentendasein möglicherweise eintretende Verschlechterung der finanziellen Situation oder auch eine zunehmende Erhöhung der einzunehmenden Medikamente mit ihren gegenseitigen Wechselwirkungen. Bei den älteren Leuten kämen daneben noch Grübelneigungen und Selbstzweifel hinzu, sowie übertriebene Schuldgefühle aus dem Bestreben heraus, niemandem zur Last fallen zu wollen. Deshalb ist das Risiko, an einem Suizid zu versterben, vor allem für alte Menschen extrem erhöht. 30 % aller Suizide werden von Menschen verübt, die älter als 65 Jahre alt sind, wobei Männer  besonders gefährdet sind. Deshalb sollten Hinweise auf eine mögliche Suizidalität im Familien- und Bekanntenkreis immer ernst genommen und direkt angesprochen werden. Bei den alten Menschen gebe es im stationären Setting manchmal diagnostische Schwierigkeiten, eine Depression zu erkennen. Hierbei könnten die körperlichen Erkrankungen die depressiven Symptome überlagern. Viele Betroffene würden ihr Leid nicht zeigen und häufig über Gedächtnisstörungen klagen. Es gebe auch eine schwierige Abgrenzung zum Thema der Demenz. Exemplarisch leiden 30 % der Parkinson-Erkrankten bzw. Schlaganfall-Patienten zusätzlich an einer behandlungsbedürftigen depressiven Symptomatik. Behandlungsoptionen können neben intensiven vertrauensvollen Gesprächen mit Ärzten und Psychologen, Psychotherapie, eine antidepressive medikamentöse Einstellung, eine Änderung der bisherigen Lebensform auch Bewegungs- und Lichttherapie sowie Ergo- und Musiktherapie sein. Möglichkeiten zur Vorbeugung von Depressionen sind Hobbys, Vorbereitungen auf die Rente, Tagesstrukturierungen, stützende und begleitende Hilfsangebote wie Begegnungsstätten, sportliche Betätigungen, die Abwendung sozialer Isolation durch neue Wohnformen und dem Suchen sozialer Kontakte und neuer Herausforderungen.
 
In seinem Abschlussbeispiel spielte Gerhard Bauer den anwesenden Gästen einen zweiminütigen Mitschnitt eines Treffens der Musiktherapie vor, in welchem sich die Teilnehmer im Laufe der Darbietung rhythmisch und musikalisch immer mehr annäherten und am Schluss alle befreiend aufgelacht haben.
 

Bild: Dr. Lothar Franz bei seinem Vortrag über psychische Fallstricke am Arbeitsplatz 

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Bezirksklinik Hochstadt:

Aktuelles aus der Bezirksklinik Hochstadt

 

16. HOCHSTADTER GESPRÄCHE

Neue Süchte brauchen neue Konzepte
 
Auch die 16. Auflage der Hochstadter Gespräche in der Katzogelhalle war ein voller Erfolg – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zahl der Anmeldungen übertraf in diesem Jahr erstmals die aus Gründen des Brandschutzes begrenzte Teilnehmerzahl, so dass einigen Interessierten abgesagt werden musste. Die große Nachfrage von Fachleuten der verschiedensten Berufsgruppen zeigt, wie gesellschaftlich brisant das diesjährige Thema ist: „Kindheit, Jugend, Familie und Sucht“.
 
Neben den aktuellen Informationen aus den verschiedenen Vorträgen und Workshops nutzen viele Teilnehmer der Hochstadter Gespräche die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und alte zu pflegen.

Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass nicht intakte Familien und unvollständige Familiensituationen mit dazu führten, dass immer mehr Jugendliche die Flucht im Konsum von Rauschmitteln und Drogen suchten. Die Konsequenz daraus ist, dass der Anteil von jungen Frauen und Männern zwischen 16 und 20 Jahren innerhalb der Patientengruppe stetig ansteigt. Umso erfreulicher sei es, dass die Bettenzahl in der Bezirksklinik Hochstadt um 15 auf 65 gesteigert werden konnte und so unter dem neuen Leiter Oberarzt Valentin Tolstov noch mehr Patienten nach ihrem Entzug in den speziellen Suchtabteilungen an den Standorten in Bayreuth und Kutzenberg in das 24-wöchige Reha-Programm aufgenommen werden können.

Katja Bittner, Vorstand des Kommunalunternehmens Kliniken und Heime des Bezirks Oberfranken wies darauf hin, dass dem zunehmenden Druck der Kostenträger mit der Bündelung aller gesellschaftlichen und politischen Kräfte begegnet werden müsse: „Auch wenn die Kostenträger es vielleicht gern so hätten, kann Sucht nicht in wenigen Tagen behandelt werden. Die Vorschläge zur Umsetzung der weiteren Ökonomisierung sind wenig brauchbar. Wir haben die Aufgabe, die Praktikabilität zum Wohle unserer Patienten im Auge behalten.“

Der Ärztliche Direktor Professor Manfred Wolfersdorf machte in seiner Begrüßungsrede darauf aufmerksam, dass die Zahl der Stimulanzienabhängigen in Bayern überproportional hoch ist und zwei Drittel dieser Männer und Frauen unter 30 Jahren sind. Anders sieht es bei der Sucht im Alter aus. Gut ein Drittel (34 Prozent) aller Alkoholabhängigen ist älter als 50 Jahre.

In seiner Ankündigung auf den ersten Vortrag machte Chefarzt Dr. Helmut Niederhofer darauf aufmerksam, dass man es zunehmend mit neuen Süchten zu tun hat, für die es  neue Konzepte braucht: „Bei nicht stoffgebundenen Süchten wie Handy- oder Computernutzung können wir nicht auf einen kompletten Entzug setzen. Das ist irreal und funktioniert einfach nicht.“

Um die Problematik neuer Illegaler Drogen ging es auch im Vortrag zum Thema Jugend und Drogen von Dr. Petra Werner, Oberärztin aus dem kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost (Haar). Sie wies darauf hin, dass die sogenannten „Legal Highs“ wie „Badesalze“ oder „Kräutermischungen“, deren Inhaltsstoffe noch überwiegend unerforscht seien und die sich ständig neu und wechselnd zusammensetzten, bei den Patienten teilweise zu Psychosen mit extrem hoher Dynamik führten. Als Konsummotivation nannte die Expertin die leichte Verfügbarkeit über das Internet, die fehlende Nachweisbarkeit und den geringen Preis.
 
Dr. phil. Volker Barth, Geschäftsführer und Klinikleiter der Fachklinik Schlehreuth, referierte über die Arbeit in seiner Klinik zum Thema „Kinder in der Entwöhnung – Belastung oder Motivation“ und kam zu dem Schluss, dass die Präsenz ihrer Kinder für die betroffenen Patientinnen während des regulär sechsmonatigen Klinikaufenthalts letztendlich beides sei – sowohl Belastung als auch Motivation.
 
In dem letzten Vortrag der 16. Hochstadter Gespräche präsentierte Professor Dr. Michael Soyka, Ärztlicher Direktor der Privatklinik Meiringen/ Schweiz, die aktuellen Ergebnisse der Therapieforschung zu Suchterkrankungen und Risikofaktoren. Unter seiner Leitung und im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums nimmt die Bezirksklinik Hochstadt ab 2017 an einer Studie zur Evaluation der ATS-Gruppe (Amphetaminartige Substanzen) teil.
 
  
Foto (von links): Leitende Psychologin Annegret Sievert, Standortleiter Bernhardt Gehringer, Oberarzt Valentin Tolstov,  Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Dr. h.c. Manfred Wolfersdorf, Vorstand Katja Bittner und Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler freuen sich über das riesige Interesse an der Fachtagung. Die Veranstaltung war ausgebucht.
 
 
 


 

 

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Wohn- u. Pflegeheim Kutzenberg :

Aktuelles aus unserem Wohn- und Pflegeheim

 

PROJEKT "WELTREISE"

Der Monat September führte uns bei unserem Projekt Weltreise durch das geheimnisvolle und farbenfrohe Indien.
 

Wir hüllten uns in die besonders schönen Kleider, die Saris, hörten indische Klänge, probierten indische Köstlichkeiten und Gewürze und tranken typischen Tee.

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Letzte Aktualisierung am 01.12.2016





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